SPD-Fraktion beantragt Übernahme der Schulwegkosten für die Kinder der Schafweidsiedlung in Göggingen

3 Jul 2018
Michael Egger
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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Die SPD-Stadtratsfraktion stellt folgenden

Antrag

 Die Verwaltung wird beauftragt, die Schulwegkosten für die Kinder der Schafweidsiedlung in Göggingen werden weiterhin  zu übernehmen.

Begründung

Aus den Reihen der Bürgerschaft wurden wir informiert, dass die Schülerinnen und Schüler an Grundschulen und an weiterführenden Schulen, die in der Schafweidsiedlung in Göggingen wohnen, die Kosten des Schulwegs künftig selbst tragen sollen. Entgegen der seit 2007 ausgeübten Verwaltungspraxis, wonach die Schülerinnen und Schüler entsprechende Abonnements durch die Stadt erhalten haben, hat die Stadtverwaltung beschlossen, diese Praxis einzustellen. Als Gründe werden u.a. angeführt, dass der Schulweg keine ausreichende Länge aufweise und dieser als sicher eingestuft werden müsse. Hierzu erfolgte ein Bericht im zuständigen Bildungsausschuss.

Nach unserem Kenntnisstand und nach verschiedenen Ortseinsichtnahmen, ist die Einschätzung des Schulweges als „sicher“ aus unserer Sicht nicht gerechtfertigt, vielmehr ist durch das seitens der Schulverwaltung geplante Vorgehen ein Verlust an Sicherheit auf dem Schulweg zu befürchten. Folgende Gesichtspunkte sind hierbei ins Feld zu führen:

  • Bei der Schafweidsiedlung handelt es sich um einen abgesetzten Siedlungskörper, der einen gewissen „eigenen Dorfcharakter“ hat. Zwischen der Wohnbebauung in der Schafweidsiedlung und der auf dem Schulweg liegenden nächsten Wohnbebauung in Göggingen liegen rd. 500 Meter, die die Schülerinnen und Schüler ab dem Grundschulalter künftig ohne Aufsicht zurücklegen sollen.
  • Am Straßenbau hat sich seit Einführung der Sonderregelung für die Schafweidsiedlung im Jahr 2007 nichts Wesentliches geändert. Eine Veränderung bei der Beleuchtungssituation im Zuge der Baumaßnahmen am Ackermann-Wehr hat sich erst im weiteren Verlauf nach der Brücke ergeben.
  • Die Zurücknahme der seit Jahren bewährten Verwaltungspraxis hat zur Folge, dass einige Schülerinnen und Schüler weiterhin Tickets erhalten, andere selbst zahlen bzw. laufen müssten. Dies hat zur Folge, dass nur wenige Schüler den o.a. einsamen Weg zurücklegen müssen, was das Loslaufen in Gruppen erschwert.
  • Der Schulweg führt vorbei an einigen Gefahrenstellen:

o         Ackermann-Wehr

o         Kreuzungsbereich Waldmeisterweg / Wellenburger Allee mit teils sehr hohem Verkehrsaufkommen (B 17-Umfahrung) unterschiedlicher Verkehrsträger (zügig fahrende Radfahrerinnen und Radfahrer, Busverkehr und motorisierter Individualverkehr).

o         Die Schülerinnen und Schüler sind auf einem längeren Teilstück unbeobachtet. Innerhalb dieses Teilstücks befinden sich mehrere Möglichkeiten, den regulären Schulweg „abzukürzen“ oder durch aus kindlicher Sicht „interessantere“ Streckenführungen zu ersetzen. Diese „Alternativrouten haben nach unserer Ortskenntnis erhebliches Gefahrenpotenzial (z.B. steiles Wertachufer)

  • Ungeachtet dieser Aspekte ist auch zu bedenken, dass durch die geplante Rücknahme der Verwaltungspraxis das Aufkommen des motorisierten Individualverkehrs vor den betroffenen Schulen weiter steigen dürfte. Dies hat ein weiteres Gefährdungspotenzial.

Mit freundlichen Grüßen

gez.                                        gez.                                                           gez.                                      gez.                                          gez.

Margarete Heinrich           Dr. Florian Freund                                Jutta Fiener                       Angela Steinecker                 Hüseyin Yalcin

Fraktionsvorsitzende        stellv. Fraktionsvorsitzender             Stadträtin                            Stadträtin                               Stadtrat

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