CARE FOR KIDS – Mehr KITA-Plätze für Augsburg

Die KITA-Initiative der SPD-Fraktion Augsburg

„Kinder sind unsere Zukunft“, ein Ausruf, dem jeder sofort zustimmen kann. Darum ist es natürlich erfreulich, dass es endlich wieder mehr Nachwuchs gibt. Frauen in Augsburg bringen aktuell jährlich im Schnitt 1,44 Kinder auf die Welt, das sind deutlich mehr als noch vor einigen Jahren, wird in der städtischen Statistik vermeldet. Das sind doch gute Nachrichten – Gratulation an alle Eltern!

Kinder bedeuten aber auch Verantwortung. Und da sind nicht allein Eltern gefordert, sondern auch wir Stadträte. Es ist unsere Pflicht, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit auch für alle Kinder ausreichend Betreuungseinrichtungen samt Personal angeboten werden können. Denn mehr Kinder bedeutet:

  • zusätzliche Kapazitäten in den Krippen und Kindergärten
  • mehr Personal in den KITAs
  • mehr Schulplätze
  • mehr Lehrer
  • mehr Nachmittagsbetreuung/ Horte
  • mehr größere und erschwingliche Wohnungen!

Wir setzen uns für

  • den Ausbau der Kinderkrippenplätze für die unter Dreijährigen
  • den Ausbau von Ganztagsangeboten bei Kinderkrippen und Kindergartengruppen
  • die Erhöhung der Tagespflegeentgelte
  • mehr Anreize für Fachpersonal
  • die Sicherung der Finanzmittel
  • die Schaffung eines Azubi-Wohnheims

ein um dem KITA-Mangel zu begegnen.

SPD-Fraktion-Kinderbetreuung-Kita

Die SPD-Stadtratsfraktion in Augsburg hat wie keine andere Fraktion in Augsburg das Wohl der Jüngsten im Auge. Danach hat jedes Kind, egal welcher sozialer oder regionaler Herkunft, das Recht auf angemessene und gute Betreuung, die auch den Bedürfnissen und der Situation der Eltern entspricht.

Eine vorausschauende Familienpolitik in der Stadt Augsburg muss sicherstellen, dass ausreichend differenzierte und qualitativ hochwertige Kinderbetreuungsangebote direkt vor Ort für Familien zur Verfügung stehen.

Demografische Entwicklung und Zuzug

Geburtenentwicklung in Augsburg

Das System Kinderbetreuung ist in Augsburg schon längst auf Kante genäht. Im Mai 2017 gab es für 300 Kinder keinen Platz in einer Kita. Ein Großteil konnte inzwischen in Einrichtungen versorgt oder in Behelfslösungen untergebracht werden. Allein, dies ist aber keine Lösung von Dauer.

Die problematische Situation in der Kinderbetreuung wird sich in den kommenden drei Jahren in Folge der Zuwanderung, aber vor allem auch aufgrund der demografischen Entwicklung weiter zuspitzen. Die Frauen in Augsburg haben nach dem städtischen Statistikamt aktuell im Schnitt 1,44 Kinder, das sind deutlich mehr als noch vor einigen Jahren, da waren es 0,2 Kinder weniger.

Bei rund 70.000 Frauen in Augsburg unter 45 Jahren sind die Folgen deutlich spürbar. Das ist eine Entwicklung, mit der wir sorgfältig umgehen und planen müssen.

Die genannte demografische Entwicklung ist deutlich anhand der grafischen Darstellung zu sehen, wobei noch ungeklärt ist, in welche Richtung der Graph nach 2016 zeigen wird. Seit 2010 stieg die Zahl der Geburten um 31 Prozent auf 3.072 an (Stand: 2016).
Laut Experten wie Christian Rindsfüßer sind die steigenden Geburtenzahlen in Augsburg vor allem auf die geburtenstarken Jahrgänge der 90er Jahre zurück zu führen. Sie entsprechen somit dem bayern- und bundesweiten Trend, mit entsprechenden Effekten auf die Kinderbetreuung, aber auch die Folgebereiche Schule, Wohnen und Arbeiten in der Stadt.

Demografische Entwicklung in den einzelnen Altersgruppen

Demografische Entwicklung in den einzelnen Altersgruppen

Wie eine Grafik zur Entwicklung der Anzahl von Kindern in Altersgruppen vom Amt für Stadtforschung und Statistik zeigt, ist die Anzahl der Kinder unter drei Jahren seit 2012 um 27 Prozent auf 8.480 gestiegen. Bei den Kindern zwischen drei und sechs Jahren wurde im gleichen Zeitraum ein Anstieg um 8,3 Prozent auf gut 7300 ermittelt.

Ein Großteil der im Mai noch fehlenden Plätze konnte inzwischen vor allem dank des Engagements des Sozialreferats unter dem dritten Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer geschaffen werden. Doch die problematische Situation in der Kinderbetreuung wird sich in den kommenden drei Jahren aufgrund der jüngsten demografischen Entwicklung weiter zuspitzen.

Als Reaktion auf die angespannte Betreuungssituation hat die Stadt auf Anregung von Dr. Stefan Kiefer die KITA-Task-Force (Leitung Hermann Weber) eingerichtet. Sie sollte ab der zweiten August-Hälfte aus verwaltungsinternen Vorschlägen eine Prioritätenliste erarbeiten, die Standortmöglichkeiten für die Erweiterung von Kita-Kapazitäten im Stadtgebiet aufzeigt. Ziel ist es, bis Herbst dem Stadtrat eine Beschlussempfehlung vorzulegen. Wann dies allerdings genau der Fall sein wird, ist jedoch noch unklar.

Die wichtigsten Fakten zum KITA-Bedarf im Überblick

  • Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Krippen- oder Kindergarten-Platz für ihr Kind. Gibt es keinen Platz, kann geklagt werden. Bisher ist das in Augsburg noch nicht geschehen.
  • Wir benötigen 16.000 Kinderbetreuungsplätze für Augsburg in den kommenden drei Jahren (derzeit sind 12.900 vorhanden).
  • Das ergibt rein rechnerisch eine Lücke von 3.100 Plätzen.
  • Dem entsprechen 1.400 Kindergartenplätze und 700 Plätze im Krippenbereich. Zusammen sind das wenigstens 2.100.
  • Hinzu kommen die bereits beschlossenen 643 Hortplätze.
  • Insgesamt ergibt das zwar nur 15.600 Plätze, wir sollten aber auch auf eine Reserveplanung gehen, damit nicht jedes Problem in einer Einrichtung zwangsweise dazu führt, dass Kinder nicht aufgenommen bzw. betreut werden können.
  • Jedes Kind, egal welcher sozialer oder regionaler Herkunft, hat das Recht auf angemessene und gute Betreuung, die auch den Bedürfnissen und der Situation der Eltern entspricht. Immer mehr Eltern sind in Vollzeit berufstätig bzw. die Zahl der Alleinerziehenden wächst.
  • Gute frühkindliche Betreuung ist überdies ein entscheidender Start in gute Bildung, die individuell auf die jeweilige Situation der Kinder (und Eltern) abgestimmt ist.
  • Zur Qualitätssicherung gehören nicht nur ausreichend KITA-Angebote, die für Eltern und Kinder gut erreichbar sind, sondern auch gut ausgebildetes Personal und entsprechende pädagogische Konzepte wie zum Beispiel sprachliche Frühförderung, therapeutische Unterstützung etc.
  • Ab sofort sind jährlich im Haushalt die nötigen Gelder für einen kontinuierlichen Ausbau der Kindertagesstätten und Krippen sicherzustellen. Die dafür bereitzustellenden Kosten belaufen sich auf drei Millionen Euro pro Jahr Eigenanteil (90 Prozent Förderung unterstellt).
  • Gut ausgebildetes Personal muss in ausreichender Menge und  zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch, diesen Beruf in seiner Attraktivität aufzuwerten und Anreize zu schaffen.
  • Ein Azubi-Wohnheim für das Personal. In der Stadt könnten schon alleine für die eigenen städtischen Bedarf gut 50 Plätze gefüllt werden, darunter fünf Auszubildende für die Altenhilfe je Jahrgang mal drei, die entsprechende Zahl oder noch mehr für die Kinderbetreuung.
  • Die Verwaltung soll beauftragt werden, eine Notbetreuung für Übergangslösungen zu schaffen, bis die Kitas im nötigen Umfang zur Verfügung stehen. Wir prüfen derzeit mehr als 50 Standorte, auf denen rdie nötigen Plätze geschaffen werden könnten.
  • Die WBG sollte beauftragt werden, mitzuteilen, ob interne Kapazitäten für den Bau von städtischen Kitas zur Verfügung stehen. Eine Bestandsaufnahme sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen.
  • Die Beseitigung der Hindernisse des Kita-Ausbaus ist von der KITA-Taskforce zu überwachen und im jeweiligen Stadtrat über den aktuellen Stand zu berichten.