SPD-Fraktion beantragt an der Generalsanierung des Holbein-Gymnasiums festzuhalten und ein weiteres Schulsanierungsfinanzierungskonzept

5 Jun 2019
Michael Egger
99

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die SPD-Stadtratsfraktion stellt folgenden

Antrag:

Die Verwaltung wird beauftragt

  1. Die Generalsanierung des Holbein-Gymnasiums entsprechend den Beschlüssen des Augsburger Stadtrats weiterzuverfolgen.

 

  1. Dem Bildungsausschuss ist in der nächsten Sitzung über den Sachstand zu berichten, ggf. notwendige Beschlüsse sind vorzubereiten. In gleicher Weise ist aufzuzeigen, wie die anderen für die Ratsperiode geplanten Schulsanierungsmaßnahmen realisiert werden können. Entsprechende haushaltstechnische Vorkehrungen sind zu veranlassen.

 

  1. Die erforderlichen Finanzmittel für die umfassende Sanierung der Augsburger Schulen sind zu ermitteln.

 

  1. Ein Konzept für die Auflage eines Schulsanierungsprogramms II ist zu erarbeiten.

 

  1. Mit der Regierung von Schwaben und dem Freistaat Bayern sind die Möglichkeiten der Finanzierung zu eruieren. Dabei ist auch zu klären, inwieweit der Freistaat Bayern bei einem Schulsanierungsprogramm II finanziell beteiligt werden kann.

 

  1. In Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern muss auch über strukturelle Themen diskutiert werden. Unter anderem ist auch über die Gleichstellung der städtischen Schulen mit den Schulen privater Träger bei den Personalkostenzuschüssen, sowie über die Gleichstellung mit staatlichen Schulen zu verhandeln.

Begründung:

Ein Großteil der öffentlichen Schulen befindet sich nach wie vor in einem schlechten baulichen Zustand. Eine Bestandsanalyse durch das Schulverwaltungsamt vor über 5 Jahren hat einen akuten Sanierungsbedarf festgestellt.

Die Defizite liegen insbesondere in den Bereichen:

  • Fassaden-, Fenster- und Dachsanierung
  • Energetische Sanierungserfordernisse
  • Verbesserung/Herstellung des notwendigen Brandschutzes
  • Modernisierung der sanitären Anlagen
  • Erneuerung von Schulküchen und Werkräumen
  • Modernisierung der naturwissenschaftlichen Fachräume
  • Erneuerung der Bodenbeläge
  • Elektro- und Leuchtsanierung
  • Sanierung der Außensportanlagen
  • Turnhallensanierung
  • IT-Vernetzung
  • Sanierung von Pausenhöfen
  • etc.

Damals wurde ein Investitionsbedarf von 342.660.000 € ermittelt. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2014 ein Programm zur Ertüchtigung der Augsburger Schulen ins Leben gerufen.

Die eingeplanten Mittel für diese Ratsperiode bis 2020 in der Höhe von rd. 300 Mio. € reichen offensichtlich nicht aus, um die bereits beschlossenen Schulsanierungen zu realisieren. Der Realisierungsstand des Sanierungsprogramms liegt offenbar weit hinter den Erwartungen der Schulfamilien und der Bürgerschaft zurück. In vielen Schulen können nach wie vor Unterrichtsräume, Sanitäranlagen, Turnhallen, Außensportanlagen, Fachräume usw. nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden, was den geregelten Unterrichtsablauf massiv stört. Notwendige Maßnahmen für Schulsanierungen werden immer wieder von Seiten des Schulreferates gestrichen, reduziert oder auf einen unbestimmten Zeitraum verlegt. Zuletzt sollte nach dem Willen des Bildungsreferats die notwendige Generalsanierung des Holbein Gymnasium mit 1.150 Schülern durch eine Teilsanierung ersetzt werden. Dies stößt zurecht auf Unverständnis bei den Schülern, Lehrern und Eltern des Gymnasiums.

Wie auch am Holbein-Gymnasium kann der bisherige Schulalltag an anderen Augsburger Schulen seit Jahren nur durch ehrenamtliches Engagement der Schulfamilien überhaupt noch aufrechterhalten werden. Das Lernumfeld der Schülerinnen und Schüler und das Arbeitsumfeld der Lehrerinnen und Lehrer sind oft so schlecht, dass nicht nur ein Gefühl der Geringschätzung entsteht und keine optimale Lehr- und Lernatmosphäre geschaffen werden kann, sondern auch die Frage gestellt werden muss, ob der bauliche Zustand den Anforderungen an gesunde Lebens- und Arbeitsverhältnisse noch entspricht.

Aus diesen Gründen muss aus Sicht der SPD-Fraktion zusammen mit der Regierung von Schwaben und dem Freistaat Bayern dringend nach finanziellen Möglichkeiten gesucht werden, um die Bausubstanz und die Sachmittelausstattung der Augsburger Schulen zu verbessern. Neben direkten Zuschüssen zu Baumaßnahmen sind auch Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern über die Gleichstellung der städtischen Schulen mit privaten Trägern bei den Personalkostenzuschüssen zu verhandeln. Hier trägt die Stadt Augsburg jährlich bis zu 30 Mio. Euro, die eigentlich vom Freistaat Bayern zu tragen wären.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Florian Freund, Fraktionsvorsitzender
Angela Steinecker, Stadträtin
Jutta Fiener, Stadträtin
Hüseyin Yalcin, Stadtrat

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