SPD-Fraktion fordert Kostenermittlung für die Stadtmauersanierung und beantragt vorsorglich 4,3 Mio. Euro

14 Mrz 2019
Michael Egger
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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die SPD-Stadtratsfraktion stellt folgenden

Antrag

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Ermittlung der kurz- bis mittelfristig erforderlichen Sanierungskosten der Stadtmauer, v.a. im Hinblick auf weitere einsturzgefährdete Stadtmauerteile durchzuführen und die Ergebnisse im Bau-und Konversionsausschuss darzulegen.
  2. Die Verwaltung wird beauftragt, unabhängig davon, Mittel für die Sanierung der Stadtmauer in Höhe von 4,3 Mio. € im Nachtragshaushalt  2019 anzumelden.
  3. Die Verwaltung wird beauftragt, eine animierte Darstellung, Illumation o.ä. über die Stadtmauer Augsburg zu entwickeln und die sichtbare Stadtmauer für die Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen. Dabei ist u.a. auf die historische Entwicklung und Bedeutung der Mauer im Laufe der Jahrhunderte einzugehen.

Begründung zu 1.

Auch wenn am Lueginsland kein zentraler Bestandteil der Stadtmauer eingestürzt ist, scheint es doch einen größeren Sanierungsbedarf an den noch sichtbaren Teilen der Stadtmauer – immerhin ca. 4 km – zu geben. Die Landesstiftung hat sich mit immerhin € 44.500 an diesem Projekt beteiligt und im Zusammenhang mit der Diskussion um Erhalt und Darstellung der Ausgrabungen am Staatstheater wurde immer wieder auf die Bedeutung der mittelalterlichen Stadtmauer für die UNESCO-Bewerbung verwiesen.

Begründung zu 2.

Um dieser Bedeutung auch Rechnung zu tragen, halten wir eine tragfähige Mittelerhöhung für dringend erforderlich. Dabei sind die Kriterien einer „ökologischen Sanierung“ zu berücksichtigen, auch wenn dies einen Mehraufwand in vielerlei Hinsicht bedeutet.

Insgesamt sind die Anstrengungen der Stadt Augsburg zum Erhalt der Stadtmauer unzureichend. Wesentlich kleinere Kommunen wie Donauwörth oder Regensburg sind hier Vorreiter, was den Umgang mit dem Erbe des Mittelalters angeht.

Begründung zu 3.

Neben dem Römischen Erbe, das derzeit ebenfalls nicht adäquat dargestellt wird, sind Ausmaß und Umfang der Stadtmauer nur im heutigen Zustand zu sehen und auch nicht überall für eine Besichtigung erschlossen. Eine animierte Darstellung erschließt die Möglichkeit die gesamte Stadtmauer vorstellbar zu machen und die Veränderungen im Verlauf der Jahrhunderte zu visualisieren.

Diese animierte Darstellung könnte wie folgt erfolgen:

Roten Torwall / Freilichtbühne

Hier wäre in Verbindung mit der UNESCO-Bewerbung und im fußläufigen Bereich für Touristen ein Informationspunkt sicher sinnvoll. Auch im Zusammenhang mit den Führungen der Regio Tourismus zu den Wassertürmen.

Im Anschluss an allen weiteren touristisch erschlossenen Punkten und am Neubau des Orchestergebäudes dem Staatstheater, als einzigem sichtbarem Teil der Staatmauer im Westen der Innenstadt, sowie Lueginsland, Riedlerstraße u.a.

Beispiel einer Darstellung: Stadtmauer Erding/Youtube.

Nach unserem Kenntnisstand gibt es Überlegungen von Seiten des Vereins „Pro Augusta – Für Archäologie in Augsburg“ sich an den Kosten zu beteiligen. Wir bitten dies zu berücksichtigen.

Auch bitten wir, eine Beteiligung der Hochschule Augsburg an diesem Projekt in Betracht zu ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

gez.                                                          gez.                                                       gez.                                                      gez.

Dr. Florian Freund                               Gabriele Thoma                                 Sieglinde Wisniewski                       Jutta Fiener

Fraktionsvorsitzender                         Stadträtin                                            Stadträtin                                           Stadträtin

In PDF herunterladen: SPD beantragt Kostenermittlung für die Stadtmauer und beantragt vorsorglich 4,3 Mio. Euro

 

 

 

 

 

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