SPD-Fraktion setzt sich für Wasserstoff ein

12 Feb 2020
Michael Egger
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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

weltweit haben Länder, Unternehmen und Einzelpersonen Schritte unternommen, um die CO 2 –Emissionen zu senken. Das Pariser Klimaabkommen brachte Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt zusammen, um die Menge an schädlichem CO 2 zu reduzieren. Die nächsten Jahre sind entscheidend, sagen die Klimaexperten voraus. Um bis 2050 wieder auf Kurs zu kommen, muss eine klimaneutrale Stromversorgung durch den Übergang zu nachhaltiger Wärme und Mobilität gestärkt werden.

Die MAN Energy Solutions in Augsburg hat bereits eine Technologie, um in all diesen Bereichen eine erfolgreiche Dekarbonisierung zu erreichen. MAN Solutions Energy verwandelt die neuesten technologischen Innovationen in marktfähige Lösungen, die von Hybrid- und LNG-Kraftwerken bis hin zu modernsten Energiespeichern wie ETES (Electro-Thermal Energy Storage) und Power-to-X reichen. Letzteres bezieht sich beispielsweise auf die vielfältigen Möglichkeiten zur Umwandlung erneuerbarer Energien, in Methangas (Power-to-Gas) oder flüssiges Methanol (Power-to-Liquid). Das entstehende kohlenstoffneutrale Synthesegas kann problemlos durch bestehende Rohrleitungen transportiert und in gasbetriebenen Motoren eingesetzt werden.

In Deutschland werden zum Beispiel über 40.000 MW in Offshore-, Solar- und Windkraft produziert, aber jedes Jahr gehen rund 5.500 MW dieses Potenzials verloren, weil die Netze nicht alles aufnehmen können. Es müssen erneuerbare Energien für jene Zeiten gespeichert werden, in denen sie nicht erzeugt werden können. Neben dem vorherrschenden Pumpspeicher ist die Batterie eine derzeit stark expandierende Energiespeicherlösung, aber im gesamten Lebenszyklus entsteht viel CO2. Darüber hinaus ist die Batterie aufgrund des Gewichts für viele Anwendungen, beispielsweise im Seeverkehr, ungeeignet. Um einen Beitrag zur Umwelt zu leisten, müssen die Kraftstoff für Antriebsmotoren klimaneutral gemacht werden, was durch die Technik Power-to-X oder genauer zu Power-to-Gas erreicht werden kann. Anstatt nachhaltige Energie in Batterien zu speichern, kann synthetisches Erdgas (SNG) erzeugt werden, das dann als Kraftstoff verwendet werden kann. Das ist ein Weg in eine klimaneutrale Zukunft. Erneuerbare Energie, die nicht in das Netz eingespeist werden kann, wird zur Erzeugung von Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse verwendet. Durch die Zugabe von CO2 zum Wasserstoff in einem Methanisierungsreaktor entsteht Methan, ein klimaneutrales Synthesegas und ein sehr wichtiger zukünftiger Energieträger, der sich perfekt für PKW und LKW, aber auch für den öffentlichen Verkehr und sogar für Schiffe eignet. Durch den Einsatz von CO2-neutralen Kraftstoffen als Antrieb für Verbrennungsmotoren kann mit der vorhandenen Infrastruktur ein nachhaltiger Beitrag zur sofortigen Dekarbonisierung geleistet werden.

Als Partner des Wasserstoffbündnis Bayern wird MAN Energy Solutions gemeinsam mit weiteren Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Entwicklung von Wasserstofftechnologien als wichtigen Energieträger der Zukunft vorantreiben. Das haben der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Hubert Aiwanger, Bayerischer Minister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie stellvertretender Ministerpräsident, bei der feierlichen Begründung des Zentrums Wasserstoff Bayern am Energie Campus in Nürnberg verkündet. Das Wasserstoffbündnis Bayern setzt sich gemeinsam mit seinen Partnern das Ziel, den Einsatz von Wasserstoff in der breiten Praxisanwendung zu erreichen. Die Nutzung von grünem Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen wird die Grundlage einer zukünftigen, klimaneutralen Weltwirtschaft bilden. Wasserstoff kann klimaneutral aus erneuerbarer Energie gewonnen werden und bildet die Basis für die Gewinnung einer Vielzahl synthetischer Kraft- und Brennstoffe durch Power-to-X-Verfahren. Diese sogenannten e-Fuels machen erneuerbare Energie auch außerhalb der Stromnetze nutzbar. Die Wasserstoffgewinnung bildet damit eine wichtige Gelenkstelle für die Sektorkopplung von Energie, Verkehr und Wärme.

Die Bundesregierung unterstützt diese Technologie gezielt seit 2007 im Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP). Bundesregierung und Industrie stellten bis 2016 insgesamt 1,4 Mrd. Euro zur Technologieförderung und für Demonstrationsprojekte bereit. Gefördert werden Maßnahmen in den Bereichen:

  • Entwicklung, Marktvorbereitung und Beschaffung von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie für den Einsatz im Verkehr – beispielsweise in Autos, Bussen, Schienen- und Nutzfahrzeugen und als Bordstromversorgung für Schiffe und Flugzeuge;
  • Maßnahmen zur Wasserstoffproduktion aus erneuerbaren Energien;
  • Integration von Wasserstoff in das Kraftstoffportfolio.

Die Stadt Augsburg kann in Bayern eine wichtige Vorreiterrolle einnehmen.

Aus diesem Grund stellt die SPD-Stadtratsfraktion folgenden

Antrag:

1;      Die Verwaltung wird beauftragt, Fördergelder zur Wasserstofftechnologie zu beantragen.

 

2;      Die Verwaltung wird beauftragt, für eine Realisierung eines Wasserstoffkraftwerkes im Stadtgebiet Augsburg mit der MAN Solutions Energie in Gesprächen zu treten. Hierbei könnte sich z.B. die AVA anbieten.

 

3;      Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wo nach einer Realisierung eines Wasserstoffkraftwerkes eine Tankstelle errichtet werden kann und die städtischen Fahrzeuge entsprechend umgerüstet werden können.

Mit freundlichen Grüßen

gez.                                                                             gez.                                                                  gez.

Dr. Florian Freund                                                  Margarete Heinrich                                     Christian Moravcik

Fraktionsvorsitzender                                           stellv. Fraktionsvorsitzende                       Stadtrat

gez.                                                                            gez.                                                                   gez.

Angela Steinecker                                                 Hüseyin Yalcin                                                Dieter Benkrad

Stadträtin                                                                Stadtrat                                                            Stadtrat

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