Wohnraumpolitik der SPD-Fraktion Augsburg

Wohnraum für eine wachsende Region

Augsburg wächst kontinuierlich. Seit dem Jahr 2013 zogen pro Jahr etwa 5.000 Menschen in die Stadt. Dieser Aufwärtstrend wird auch in den nächsten Jahren ungebrochen bleiben.

Das bayerische Staatsministerium des Innern für Bau und Verkehr und das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung stuften Augsburg als Stadt mit einem erhöhten Wohnungsbedarf ein. Das ist sehr erfreulich. Es bedeutet aber auch, dass mehr Wohnraum und neue Baugebiete benötigt werden. Auf diese wachsenden Anforderungen müssen wir reagieren. Neu- und Umbauten gilt es den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger entsprechend anzupassen. Reine Luxuswohngebiete für Besserverdienende lehnen wir ab.

SPD-Fraktion-Augsburg_Wohnraum

Die SPD-Stadtratsfraktion hat bei den Koalitionsverhandlungen durchgesetzt, dass ein kommunales Wohnungsbauprogramm aufgelegt wird. Bis 2020 sollen 600 neue WBG-Wohnungen geschaffen werden. Dafür werden wir der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Augsburg (WBG) städtische Grundstücke zu kostengünstigen Preisen oder in Erbbaurecht zur Verfügung stellen. Die SPD-Stadtratsfraktion konnte eine Trendwende beim geförderten Wohnungsbau erreichen. Derzeit entstehen im gesamten Stadtgebiet 1.300 geförderte, günstige Wohnungen. Wir setzen uns bei der Ausweisung von Wohngebieten dafür ein, dass der Anteil des geförderten Wohnungsbaus verbindlich bei mindestens 30 Prozent liegt.

Im Stadtgebiet gibt es noch viele leerstehende Häuser, Wohnungen und ehemalige Gewerbebetriebe. Diese brach liegenden Flächen bieten eine große Chance, um für die nachhaltige Entwicklung unserer Stadt genutzt zu werden. Erstens können auf diesen Arealen neue Wohnungen entstehen, ohne dass in wertvolle Freiflächen oder Grünzüge eingegriffen werden muss. Brachflächen und leerstehende Gebäude markieren oft den Beginn einer Abwertung der Bau- und Wohnsubstanz im gesamten Quartier. Indem diese Flächen gewinnbringend genutzt werden, kann die Abwärtsspirale gestoppt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass leerstehende Gebäude durch einen sogenannten Leerstandsmelder erfasst und zum Zweck einer Wohnnutzung herangezogen werden. Bestehende Bebauungspläne müssen wir den geänderten Wohnbedürfnissen der Bevölkerung anpassen. Die SPD-Stadtratsfraktion arbeitet an pragmatischen Lösungen, wie eine Nachverdichtung zugelassen werden kann und sich Baulücken schließen lassen. Dies alle erfolgt natürlich im Einklang mit den bestehenden Grundstückseigentümern.

Die SPD-Stadtratsfraktion fordert, dass die Rechte der Mieter vor Ort gestärkt werden. Unser Ziel sind Vermieter, die zu einem angemessenen Preis vermieten können, und Mieter, die eine Wohnung zu fairen Konditionen finden. Allerdings sieht die derzeitige Situation auf dem Wohnungsmarkt anders aus. Vermieter haben eine viel stärkere Position als Mieter, was nicht selten zur Mietexplosion führt. Das ist ein Problem, das die Kommunen allein nicht lösen können, da das Mietrecht nicht von ihnen bestimmt wird. Immerhin hat die SPD-Stadtratsfraktion die Einführung eines Mietspiegels durchgesetzt. Der Mietpreisspiegel sorgt dafür, dass die Mietpreisentwicklung transparenter wird und begrenzt künftige Mieterhöhungen.

Wir setzen uns dafür ein, dass bei der Neuaufstellung von Bebauungsplänen den geänderten Bedürfnissen auf dem Wohnungsmarkt Rechnung getragen wird. Oberste Prämisse ist, dass die Stadt moderne, gemeinschaftliche Wohnkonzepte für alle Bevölkerungsgruppen und insbesondere für Senioren, Familien, Studierende und Menschen mit Behinderung schafft. Ein besonderes Augenmerk richten wir dabei auf inklusive Wohnprojekte. Denn nur ein Bruchteil des Wohnbestandes in Augsburg ist bisher auf Menschen mit einer Behinderung oder Beeinträchtigung ausgerichtet.

In der Universitätsstadt Augsburg studieren derzeit ungefähr 25.700 junge Menschen. Durch die Umwandlung des Klinikums Augsburg in eine Uniklinik und die damit entstehende medizinische Fakultät wird diese Zahl noch einmal um mindestens 1.500 Studierende ansteigen. Dieser wachsende Teil der Augsburger Bevölkerung verfügt jedoch nur über ein geringes oder gar kein Einkommen. Studenten und junge Menschen in Ausbildung benötigen bezahlbaren Wohnraum. Deshalb fordern wir ein Konzept für nachhaltiges Wohnen für Studierende und Auszubildende, das die besondere Einkommenssituation dieser Gruppe berücksichtigt.